Sprachbrei und Psychopax fürs Mutterkreuz

Steiermark | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Lilly Jäckl exorziert in ihrem Buchdebüt „amen, amen“ Sprachzombies des Nationalsozialismus

Buchkritik: Paul Pechmann

Nach Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften wie Lichtungen und perspektive legt die in Graz, Wien und Berlin umtriebige Autorin, Film- und Performancekünstlerin Lilly Jäckl nun ihr Buchdebüt vor: „amen, amen“ enthält eine Sammlung von zwanzig Arbeiten, die eine Art Zwischenbilanz aus dem Oeuvre der 32-jährigen Schriftstellerin darstellt.

Da finden sich kurze, zwischen Lyrik und Prosa angesiedelte Gebilde, wuchernde Arrangements voll surrealer Bilder („Ode an den Grashalm“) ebenso wie handfeste Satire („Graz glänzt“) oder ein „experimentell“ zugerichtetes Pamphlet („Mit uns?“). Als „Sprachtodesspiralen“ bezeichnete Büchnerpreisträger Josef Winkler Lilly Jäckls Arbeiten einmal und benennt damit ein Verfahren, Themen in Sprachschleifen immer enger zu umkreisen, Gegenstände rhetorisch gleichsam einzuschnüren. Linearität als


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