Kritiken

Wenn die Gräfin im Palais umgeht

Lexikon | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Was zunächst wie ein Bild aus dem 18. Jahrhundert erscheint, entwickelt plötzlich ein Eigenleben: Die Frauen in Inci Eviners Videoprojektion „Harem“ benehmen sich keineswegs so, wie es orientalistische Fantasien erwarten. Die sehenswerten Arbeiten der Ausstellung „Tactics of Invisibility“ kommen von 15 aus der Türkei stammenden Künstlerinnen und Künstlern. Mit dem Unsichtbaren spielen auch Erfahrungen des Transzendenten eine wichtige Rolle: So hat Kutlug Ataman Personen interviewt, die Erinnerungen an ein früheres Leben haben, in dem sie aber ermordet wurden; Ayse Erkmen lässt die Gräfin Erdödy, die ehemalige Hausherrin des Palais, in der Rauminstallation „Ghost“ spuken. Eine weitere Installation von Esra Ersen, die sich Nationalismus in Schulen dreht, ist im Depot von Klaus Engelhorn. NS

Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, bis 15.8.


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