Neu im Kino

Allianz gegen das Böse: „Karate Kid“

Lexikon | Stefan Kluger | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Eines vorweg: Wer das gleichnamige Original aus dem Jahre 1984 gesehen hat, wird hier inhaltlich kaum überrascht werden. Denn „Karate Kid“ mit Jaden Smith und Jackie Chan in den Hauptrollen hält sich im Wesentlichen brav an die Vorlage. Und das ist gar nicht so schlecht, denn die Botschaft der einfach gestrickten Geschichte ist durchaus zeitlos: Das Leben mag dich in die Knie zwingen; aber du hast immer die Wahl, ob du aufstehst oder am Boden bleibst.

Der zwölfjährige Dre Parker (Smith) zieht mit seiner Mutter von Detroit nach Peking. Hier hat er nicht nur mit Kultur und Sprache des Landes zu kämpfen, sondern auch mit streitlustigen Jugendlichen, die ihn verprügeln. Dre will sich gegen weitere Übergriffe wappnen, hat aber keinen zielführenden Plan. Da kommt ihm Hausmeister Mr. Han (gespielt vom herausragenden Jackie Chan) gerade recht. Dieser erweist sich als wahrer Kung-Fu-Meister und weiht den jungen Heißsporn in die geheimnisvolle Welt des Kampfsports ein. Dabei wendet er unorthodoxe Trainingsmethoden an, die Dre bald am Sinn dieser Übungen zweifeln lassen. Letztlich stimmt auch die Chemie zwischen Schüler und Meister, die sich besser ergänzen, als sie anfangs vermuten konnten. „Das ganze Leben ist Kung Fu“, philosophiert der Meister. Und Dre ahnt, dass er hier neben dem nahenden Turnier auf das Leben an sich vorbereitet wird.

Wie sehr sich der Streifen an das Original gehalten hat, sieht man an den Stärken und Schwächen des Films – die fallen nahezu identisch aus. Auch das Remake vermittelt eine schöne Message, bietet spannende Fights mit guter Musik: erneut enttäuschend hingegen die Schurken, die einfach nur böse sind. Und die Problematik, sich inmitten einer fremdartigen Kultur zurechtzufinden, wurde lediglich gestreift.

Weiterhin in den Kinos (OF im Artis)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige