Buch der Stunde

Der letzte Auftritt des letzten Regiefürsten

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Memoiren zu schreiben ist für mich besonders schwierig, weil meine Arbeit eigentlich meine Autobiografie ist“, schreibt Peter Zadek im dritten Teil seiner Memoiren, die nun trotzdem auf insgesamt rund 1500 Seiten angewachsen sind. Nach „My Way“ (1926–1969) und „Die heißen Jahre“ (1970–1980) umfasst der von Zadeks Lebensgefährtin Elisabeth Plessen posthum herausgegebene Band „Die Wanderjahre“ das letzte Lebensdrittel des im Vorjahr verstorbenen Theaterregisseurs.

In diese Zeit fallen Zadeks eher glücklose Intendanzen am Hamburger Schauspielhaus und am Berliner Ensemble, die spektakulären Theatermusicals „Ghetto“ und „Andi“, seine sieben Inszenierungen an Burg- und Akademietheater sowie diverse Festwochen-Koproduktionen.

Mit Zadek hat einer der letzten Regiefürsten des deutschen Theaters die Szene verlassen; die „Wanderjahre“ sind sein letzter großer Auftritt. Herrlich präpotent macht er Kollegen wie Jürgen Flimm („kein sehr guter Regisseur“) oder


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