Ohren auf

Wanderlust, Baerentanz und Doppelganger

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Wie kriegt man mit vier Mann ein Quintett zusammen? Ganz einfach: Man holt sich einen Organisten, der spielt den Bass gleich mit. Jared Golds Basslinien – die Titelnummer von „Toe the Line“ (Positone) erinnert ein wenig an die Auftritte des schrecklichen Sven – bilden das Fundament, auf dem das Dan Pratt Organ Quartet seine musikalischen Ausflüge in die Gefilde eines aufgeräumten Hard- und Post-Bop unternimmt. Dem jungen New Yorker Saxofonisten Dan Pratt steht mit Alan Ferber (tb) ein „Doppelganger“ zur Seite, mit dem er sich der „Wanderlust“ überlassen (bei der Titelwahl hat Pratt offenbar ein Faible fürs Deutsche) und sich in eloquenten Zwiegesprächen von leichtfüßiger Rasanz ergehen kann.

Ganz klassisch mit Saxofon, Trompete und Rhythmusgruppe besetzt ist das Quintett des britischen Pianisten John Escreet, dessen Album „Don’t Fight The Inevitable“ (Mythology) aber insofern eine falsche Fährte legt, als sich der junge Mann (Jg. 1984) keineswegs ins Unvermeidliche


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