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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Du hast, Buecher_Kirstin_1‘ in, Buecher_33_10‘ umbenannt!“ Es hilft kein Leugnen mehr. Ja, ich gestehe: Ich habe „Buecher_Kirstin_1“ in „Buecher_33_10“ umbenannt. Dazu muss man wissen: Es gibt nur weniges, was so arg ist, wie „Buecher_Kirstin_1“ in „Buecher_33_10“ umzubenennen. So was kann man mit InCopy-Dokumenten nicht machen. Geht gar nicht. Also, gehen tut’s ganz leicht, es ist bloß eine superschlechte Idee: Komplexeste Verknüpfungen werden gelöst, die prästabilierte Harmonie wird erschüttert, in China fällt ein Sack Reis um …

Es ist also nur allzu verständlich, dass dem Satz „Du hast, Buecher_Kirstin_1‘ in, Buecher_33_10‘ unbenannt!“ die rhetorische Frage „Bist du wahnsinnig?!?!!“ vorausgegangen ist. Gestellt hat sie Baronesse Barbara Blaha, die beteuert, keineswegs zur Hysterie zu neigen. Ich kann das bestätigen, würde aber ergänzen wollen, dass die Baronesse als katastrophenantizipationsfreudig gelten darf. Das ist auch absolut notwendig, denn wenn es solch umsichtige Leute im Satz nicht gäbe, würde jeder dahergelaufene Redakteur „Buecher_Kirstin_1“ in „Buecher_33_10“ umbenennen, und es würde brennende Kormorane vom Firmament hageln, die mit ihren Schnabelspitzen im zugefrorenen Donaukanal stecken blieben, und von den Buchseiten, die Kirstin Breitenfellner und ich Wochen im Voraus eingerichtet haben, würde kein Jota, kein Komma und Semikolon erscheinen können. Daher schreibe ich ab sofort sämtliche Artikel nur mehr im Word-Format und von zu Hause aus, sprich: Ich bin im Urlaub. Nach mir die Eiszeit!


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