Meinesgleichen

Warum das Profil auf den Falter böse ist

Falter & Meinung | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Das Nachrichtenmagazin Profil ist beleidigt. Das Gekränktsein äußert sich in der dieswöchigen Ausgabe in einem ganzseitigen, grau unterlegten, aber ungezeichneten Kasten auf Seite 20 sowie in einem strengen Verweis auf Seite 5. Grau steht für Grant, ungezeichnet steht für Grant von oben, und der Verweis steht für Grant total. Der Grund für den Grant: Der Falter habe eine bereits von Profil enthüllte Geschichte enthüllt, er habe sozusagen jenes Fett von der Medienmilch abgerahmt, das nach dessen Meinung dem Profil zustünde. Es ging um eine Aussage des Ex-Kabinettschefs im Infrastrukturministerium, Willibald Berner, von der Profil verdienstvollerweise bereits im April dieses Jahres berichtet hatte. Leider brachte Profil damals nicht die Aussage Berners, sondern berichtete nur die Aussage eines Staatsanwalts über Berners Aussagen.

Die Falter-Enthüllung der letzten Wochen aber bestand gerade darin, Berners Aussage nicht als Hearsay, sondern wörtlich zu zitieren. Profil hatte den Bericht über die Aussage Berners, der Falter brachte die Aussage selbst. Dieser Unterschied mag unseren Freunden vom Nachrichtenmagazin entgangen sein, er war aber der Grund dafür, dass die Falter-Geschichte in zahlreichen Medien prominent zitiert wurde. Das gelingt mit abgeschriebenen Profil-Geschichten eher selten. – Hallo, ihr beim Profil! Habt keine Angst, die Welt ist ein Brot, das Böse ist die Butter drauf, und für alle Medien ist genug Butter da. Ihr könnt sie wieder vom Kopf nehmen.

Quelle:

Profil Nr. 31/2010, Seite 5, Seite 20


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