In der Stadt der Gespenster

Politik | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Vor 65 Jahren wurde über Hiroshima die erste Atombombe gezündet. Der österreichische Schriftsteller Leopold Federmair traf ein Opfer, das in den verstrahlten Trümmerhaufen nach seiner Familie suchte

Reportage: Leopold Federmair/Hiroshima

Geht man in Hiroshima durch den Friedenspark, kann man immer eine Handvoll alter Leute sehen, die die Bäume pflegen und den Boden rechen. Manche von ihnen sind weit über 80 Jahre alt. Am 6. August 1945 explodierte hier die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte. Das Museum zeigt die damit verbundenen Gräuel, es bietet auch historische Erklärungen an, ohne die Aggressivität des Nationalstaats in jener Epoche zu beschönigen. Gegenüber dem Museum ist die Klinik, wo vor vier Jahren meine Tochter zur Welt kam. Oft bin ich am Fenster gestanden, habe hinüber zum sogenannten Atombombendom – Teil des Weltkultur(!)erbes – und den Flutlichtern des alten Baseballstadions geschaut. Damals zog ein Taifun über Japan, gegen Abend entstanden eigenartige


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