Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Vera Bandion | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Opernball im Resselpark: Überwachung als Kunstprojekt

Mehr als 17.000 Momente des Opernballs 2009 kann man seit vergangenem Donnerstag im Resselpark am Karlsplatz bestaunen. Kaum ist das Kunstwerk ausgestellt, gibt es aber schon Probleme mit dem Datenschutz, weil die Ballgäste nicht von dem Projekt informiert waren. Der Schweizer Fotograf Jules Spinatsch hat mit zwei sich drehenden Überwachungskameras die ganze Ballnacht dokumentiert und aus den Einzelaufnahmen ein großes Panoramabild zusammengesetzt. „Jedes Foto ist für sich wie eine Kurzgeschichte, zusammen ergeben sie einen Roman“, sagt er. „Das Spannende daran ist das Verhältnis zwischen Bild und Realität. Mit dieser Methode kann sich niemand in Pose werfen, die Bilder sind nicht gestellt. Andererseits geben sie natürlich nur einen Bruchteil der Wirklichkeit wieder.“ Bis 31. Oktober soll das Rundpanorama noch vor der Karlskirche zu sehen sein – falls es nicht vorher vom Regen aufgeweicht wird oder aus Datenschutzgründen weg muss.


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