Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Ein Schwiegermutterliebling, ein Langweiler aus dem Hauptabendprogramm, so habe ich Harald Krassnitzer immer abgetan. Doch dann sah ich den Winzerkönig vergangenen Sommer als Co-Interviewer von Ingrid Thurnher im ORF-Sommergespräch mit ÖVP-Chef Josef Pröll. Der Mann belebte die missglückte Inszenierung mit derart gut vorbereiteten und gescheiten Fragen, dass ich ihm seine nervige Rolle als roter Vorzeigekünstler glatt verziehen habe. Seit diesem unserem persönlichen Durchbruch ist jeder „Tatort“ mit Krassnitzer Pflichtprogramm. Er schafft es, den Kripomann Moritz Eisner so darzustellen, dass die Polizistenattitüde nicht aufgesetzt wirkt. Eisner ist ein sympathischer, gerader Kerl, der gerne auf die falschen Frauen reinkippt und sich im Ernstfall auch einmal nicht nach Lehrbuch verhält. Eine verstockte Bösewichtin, die nicht reden will, bedroht er dann mit „Notwehr auf Wienerisch“, sprich: Schuss ins Bein. Wären alle Polizisten wie Harald Krassnitzer, ich würde mich sicherer fühlen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige