„Ohne Schabbes wäre ich wahrscheinlich tot“

Feuilleton | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Die Verbesserung der Welt spielt im Werk und Leben des Autors und orthodoxen Juden Benjamin Stein eine herausragende Rolle. Ein Besuch

Porträt: Sigrid Löffler

Wer sich auf Benjamin Stein einlässt, den Mann und den Romanautor, der muss mit einer biografischen Achterbahnfahrt rechnen. Benjamin Stein – der ursprünglich ganz anders hieß – kann mit einem verwirrenden Spiel von Ich-Fiktionen, vielfachem Rollentausch, Berufs- und Identitätswechsel aufwarten wie kaum sonst jemand und einem gleichwohl ganz harmlos und schlicht begegnen. Mit knapp vierzig hat er die unterschiedlichsten Lebensentwürfe – biografisch und literarisch – schneller durchprobiert und wieder abgebrochen, als man „Ost und West“ sagen kann.

In einem der Salons seines Münchner Verlags sitzt er einem gegenüber, im schwarzen Anzug und weißen Hemd und mit der schwarzen Yarmulke auf dem Kopf. Er lächelt entspannt, während er die zahlreichen möglichen Lebensläufe aufzählt, die sich ihm seit den 80er-Jahren


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