Kaffeehäferln über dionysischem Feuer

Feuilleton | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Wie der Architekt Joseph Maria Olbrich die Schönheit zum Alltag machen wollte

Stilkritik: Matthias Dusini

Der Tennisclub SV Schwarz-Blau hat schon so manchen Regierungswechsel erlebt. 1896 wurde er im Wiener Prater von den k.k. Staats- und Hofbeamten als Radfahrclub gegründet. Auf den Sandplätzen befand sich eine Übungsbahn für den damals noch neuen, elitären Radsport. Auf der Rückseite des Clubhauses konnte auch bei Regen trainiert werden; der Architekt des Gebäudes hatte eine überdachte Fläche eingeplant.

Die Schwarzblauen wissen, dass sie ihr Clubhaus einem jungen Architekten verdanken, der gerade dabei war, Architekturgeschichte zu schreiben. 1898 wurde in nur sechs Monaten Bauzeit das von Joseph Maria Olbrich (1867–1908) entworfene Ausstellungshaus für die Vereinigung Bildender Künstler Österreichs, die Wiener Secession, fertiggestellt. Erstmals stand den modernen Künstlern eine flexible Raumsituation zur Verfügung.

Formen heidnischer Grabmäler aufgreifend, huldigte Olbrich


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