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Feuilleton | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Vorschnell als spießig abgetan, gehört „Der Kommissar“ zum Besten, was deutsches Fernsehen je zu bieten hatte

Text: Karl Duffek

Über sieben Jahre, solange er eben von 1969 bis 1976 lief, war „Der Kommissar“ der Quotenhit des ZDF. Mit durchgängig etwa 70 Prozent Seherbeteiligung konnte allenfalls die eine oder andere Fußballübertragung mithalten. Worin lag das Erfolgsrezept dieser Serie?

Die erstaunlich banale Antwort der Wissenschaft: Der Autor sämtlicher Folgen, Herbert Reinecker – später auch für „Derrick“ und den „Alten“ verantwortlich –, habe eben dem Publikumsgeschmack entsprochen. Für diese Erkenntnis bedanken wir uns bei den Medientheoretikern.

Ein wenig tiefer schürft da schon der deutsche Regisseur Dominik Graf. Für ihn sind es die „Herbert-Reinecker-Plots, die immer wie mit einer Bleistiftlinie gezogen ins Herz der westdeutschen Nachkriegsbefindlichkeit trafen“. Reinecker, mit einer veritablen NS-Vergangenheit als Redakteur, Dramatiker und Berichterstatter


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