Letzte Gespräche, letzte Freunde, letzte Fluchten. Am Ende blieb nur die „andere Welt“

Feuilleton | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Nachruf: Koschka Hetzer-Molden

Ich habe nur einen einzigen Wunsch, den Wunsch zu sterben. Ich weiß, dass es eine andere Welt gibt, in der ich ganz sicher nicht mehr leiden werde.“ Diese „andere Welt“ hat die Schriftstellerin Brigitte Schwaiger („Wie kommt das Salz ins Meer“) bereits fünfmal gesucht. Immer wurde sie „gerettet“, auch aus der Donau bei Linz im vergangenen August. Am Montag, dem 26.7., um 12.15 Uhr hat sich ihre Todessehnsucht erfüllt. In der Donau bei Wien.

Zwei Tage vorher saßen wir im Raucherzimmer von Pavillon 16 des Otto-Wagner-Spitals. Viele Patienten rauchen hier: „Haben Sie mal eine Zigarette – oder drei?“ Brigitte zeigte mir ihre Korrespondenz mit Dignitas, dem Schweizer Sterbehilfeverein. Ob ich sie dorthin begleiten würde?

In den letzten Monaten haben wir uns oft gesehen. Red Bull und jede Menge von schwarzem Kaffee. Alkohol war für Brigitte ein abgeschlossenes Kapitel. Stundenlang haben wir geredet: über Seneca („das ist jetzt meine Bibel“),


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige