Nüchtern betrachtet

Alle reden immer nur von der Mückenplage

Feuilleton | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Unlängst unter befreundeten Paaren. Während das Gastgartengeschwätz von meteorologisch völlig überflüssigen Monstermarkisen gebündelt und verstärkt wird und der elektrische Stuhl für Insekten die stimmungsfördernden Geräusche von aufflammenden und verbruzzelnden Großfaltern aussendet, die vom Aussterben bedr–, die soeben ausgestorben sind, vertreiben wir uns mit Gesprächen über und dem Erschlagen von Gelsen die Zeit. Die weibliche Hälfte des an sich tierfreundlichen Paares legt einen ungekannten Vernichtungsfanatismus an den Tag, der männliche Teil wachelt die Viecher mit heiterem Gleichmut weg. Vom tierskeptischen Paar (ich weiß nicht mehr, ob es meine Frau oder ich war – mit der Zeit kann man sich ja immer schlechter vom Partner unterscheiden und verwechselt sich auch schon mal) wird die Beobachtung eingebracht, dass es heuer dafür sehr wenige Wespen gebe. „Die kommen


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