Basics

Gelb und süß und nichts dahinter, doch im Sommer winkt der Winter

Grundkurs Kochen (X)

Stadtleben | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Kaum habe ich geschrieben, wir würden auf die Marille warten, da zeigen sie sich allerorten in den Kisten der Obsthändler, die goldorangenen Minisonnen. Nein, meine Sonnen seid ihr nicht, ruft man ihnen als pessimistisch gestimmter Österreicher zu. Als Erstes kommt einem bei ihrem Anblick nicht in den Sinn: Schön, dass ihr da seid, ich esse euch gleich aus dem Sackerl! Nein, der erste Gedanke lautet: Kommt, lasst euch einkochen, damit ich euch auch im Winter noch habe. So sind wir, sehen Marillen und denken Schnee. Da hilft keine Hoffnungscampain von niemandem. Andererseits: Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben. Von Goethe, dem Autor dieses Satzes, ist kein Rezept für Marillenmarmelade überliefert.

Marmeladekochen ist simpel. Halten Sie sich an die Anweisungen auf dem Gelierzuckerpackerl. Einen Grundsatz sollten Sie beachten: Nehmen Sie nicht, um Zeit zu sparen, die doppelte Menge Früchte! Zwei Kilo pro Einkochvorgang ist das Höchste. Zitronensaft peppt den Geschmack auf, beschleunigt aber den Geliervorgang. Sie wollen die Konsistenz von Marmelade, nicht die von Asphalt. Je länger die Marmelade kocht, desto fester wird sie. Machen Sie nach ein paar Minuten eine Gelierprobe: Geben Sie mit einem Löffel ein wenig Marmelade auf einen Teller, sie sehen dann gleich den Aggregatzustand. zwölf Minuten Kochzeit sind das Maximum. Zu schälen brauchen Sie die Marillen nicht. Und schneiden Sie sie nicht zu grob! Im Winter werden Sie sich an den Früchten freuen. at


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