Prost!

Die Zitronenmelisse hat den zweiten Platz nicht verdient!

Lexikon der Getränke. Diese Woche:

Stadtleben | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) hat den Ruf, eine ausgesprochen zähe Pflanze zu sein, die ein unterirdisches Netzwerk an Ausläufern bilden kann. Ihr Duft ist von einer Frische und Leichtigkeit, gerade richtig, um als Geschmack für den Sommer eine gute Figur abzugeben. Als Gärtner plagt man sich, um gegen die wuchernden Rhizome anzukämpfen, will man der hartnäckigen Pflanze nicht den ganzen Platz überlassen. Als Balkonpflanzengärtner von großer Hoffnung und geringem Geschick wird man sich wohl mit Josef Hader wünschen, dass sich die Topfpflanze doch endlich entschließt, spazieren zu gehen. Die Firma Gasteiner hat nun die Zitronenmelisse in ihr Geschmacksrepertoire aufgenommen.

Dieses flavorisierte Mineralwasser aus der Reihe elements ist frei von künstlichem Süßstoff, eine milde Dosis von Fruktose und Backhonig (dieser muss nicht alle Qualitätskriterien eines Speisehonigs aufweisen) sorgt für eine angenehme Lieblichkeit. Ohne den Zusatz von Zitronensaft und Pfefferminze kommt dieses Wässerchen leider nicht aus. Dadurch rückt jedoch die feine Note der Zitronenmelisse in den Hintergrund. Als guter Versuch ist das neue Produkt dem eigentlichen Geschmack nicht gerecht geworden. Die beiden anderen Sorten von elements, Preiselbeere und Stachelbeere, schmecken nämlich auch so. Tipp für den Sommer: Frische Zitronenmelissenblätter mit heißem Wasser aufgießen, ziehen lassen, Blätter rausgeben, abkühlen lassen, mit Honig und Eiswürfel versehen. Das macht froh! MS


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