Ins Mark

Wir kennen das Versteck

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

Eine drei Meter lange Würgeschlange, die in Graz ausgebüxt war, hielt Österreich in Atem. „Ein Land sucht Boa Amanda“, titelte Österreich. Ein Hubschrauber und 18 Polizeischüler suchten die Schlange, ein Auspendler bot seine Hilfe an, ein Reptilienexperte gab im ZiB-Flash praktische Tipps: Wer der Schlange begegne, solle ihr den Gartenschlauch ins Maul stecken und das Wasser aufdrehen. Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) und SP-Klubchef Walter Kröpfl forderten ein Verbot von Exoten in Privathaushalten, Kröpfl kündigte gleich für die erste Landtagssitzung im Herbst eine Gesetzesinitiative an. Dabei lag Amanda die ganze Zeit gut versteckt unter einem Küchenkasten.

Weniger eifrig zeigten sich Vertreter von Rot und Schwarz bei einem anderen Thema: Gutachter Fritz Kleiner kritisierte im Falter die Förderpolitik des Landes und zog Parallelen zwischen Förderungen für den SK Sturm und Herberstein. Der seit 2005 zuständige SPÖ-Landesrat ließ ausrichten, es gebe nichts zu verschweigen, verweigerte aber jegliche Auskunft, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Auch aus der schwarzen Reichshälfte, die das Sportressort davor innehatte, kam keine Reaktion.

Weiterhin in Schweigen hüllen sich Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) und VP-Chef Hermann Schützenhöfer auch, was die Bedarfszuweisungen betrifft. Das sind jene 500 Millionen Euro, die sie in den vergangenen fünf Jahren an „ihre“ Gemeinden verteilten. Welche Gemeinde wie viel Geld bekommt, bleibt im Verborgenen. Dabei bräuchte es weder Auspendler noch Polizeischüler, sondern bloß den politischen Willen, um diese Zahlen aufzuspüren.

Donja Noormofidi leitet den Politikteil im steirischen Falter


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