Steirerbrauch

Volkskunde

Steiermark | aus FALTER 31/10 vom 04.08.2010

RATTENJAGD 5 Er hat nicht gewusst, wo mit dem Schreiben anfangen. Mit dem, was die Nachbarn erzählt haben? Die anderen Polizisten? Der Arzt? Mit dem, was er selbst? In seinem Kopf ist alles drunter und drüber gegangen, als ob das Blut, das im Keller war, auch jede Ordnung in seinem Denken weggespült hat. Die Ratte, das Kind, die Mutter. Das, denkt er, wird er nie vergessen. Die Ratte, das Kind, die Mutter. Eines im anderen. Der Opa hat der Oma einmal eine Matrjoschka mitgebracht. Die Ratte, das Kind, die Mutter. Eines im anderen. Und der Bub im Garten, den Sommer im Blick. Die neue Ordnung, hat er gedacht, es war jetzt eine neue Ordnung in seinem Kopf. Und Weinen. Und dann hat er seinen Bericht geschrieben: „Was der Bub den ganzen Tag im tiefen Keller gemacht hat, hat niemand sagen können.“ TW


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige