Noch im Kino

Spaß im Prekariat: „Das ganze Leben liegt vor dir“

Lexikon | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Wozu hat Marta (cum laude) über Arendt und Heidegger dissertiert? Nach einer Reihe ergebnisloser Vorstellungsgespräche bleibt der frischgebackenen Philosophin (Isabella Ragonese) nichts anderes übrig, als mit McJobs anzufangen. Sie nimmt einen Job als Babysitterin an und, über Vermittlung von Sonia (Micaela Ramazzotti), ihrer Arbeit- und Quartiergeberin, auch gleich noch einen zweiten: in einem Callcenter. „Tutta la vita davanti“ heißt Paolo Virzìs mitreißende Prekariatskomödie im Original, und nie zuvor hat man dieses „Paralleluniversum“ des kommerziellen Telefonterrorismus (vom allmorgendlichen Motivationstraining bis zu den monatlichen Demütigungsritualen) im Kino aus dieser Nähe gesehen. Ein temporeicher Film, dessen absurde Dramatik einen ständig zum Lachen verleitet – obwohl die Welt, die er beschreibt, zum Schreien ist. MO

Weiterhin in den Kinos (OmU im DeFrance)


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