Noch im Kino

Wes Andersons fantastischer „Mr. Fox“

Lexikon | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Die Filme des Wes Anderson waren schon immer fantastisch fern jedweder Fantasy: Nach dem funkelnden Jaguarhai aus „Life Aquatic“ ist es nun ein eigensinniger Fuchs, der – wie könnte es in Andersons Kinouniversum anders sein – eine erweiterte Familie auf Trab hält. Mr. Fox plündert entgegen seinem Eheversprechen an Mrs. Fox die Hühnerhöfe der Nachbarschaft und wird alsbald mitsamt tierischer Gefolgschaft vom Jäger zum Gejagten eines bösartigen Farmertrios.

„Fantastic Mr. Fox“, nach Roald Dahl in liebevoller Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt, kämpft jenen Kampf des Patriarchen, den Anderson so liebt: den gegen die eigene Natur. Und das bekommt gerade einem Fuchs nicht gut: Buchstäblich instinktiv gerät hier zunehmend alles außer Kontrolle, bis das letzte Opossum seinen Fähigkeiten und seiner Fellfarbe entsprechend seinen Platz in der Gemeinschaft – also der Welt – gefunden hat. Dahls extravaganter Gegenentwurf zu Orwells „Animal Farm“ bekommt Anderson und seinem Co-Autor Noah Baumbach ausgezeichnet: Das Ergebnis ist ein beglückender Puppenfilm höchster Seriosität, ein getarnter Familienfilm mit melancholischen Schattierungen. MP

Weiterhin in den Kinos ( OF im Admiral)


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