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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Wehmütig blickte ich letzten Sonntag aus dem Zugfenster. Die spektakulären Wolken, die manchen Menschen schlimme Überflutungen gebracht hatten, erinnerten mich daran, dass Klaus Nüchtern auf Urlaub weilte (nicht, ohne uns ein paar Rezensionen hinterlassen zu haben). Und sie erinnerten mich an Nina Horacek, auf die es in Kärnten zwei Tage lang aus solchen Wolken herabregnete. Das Einzige, was nicht regnete, waren die Informationen über den rätselhaften Haider-Sekretär Gerhard Mikscha, dessen Spuren sie suchte. Ja, sie habe sich einsam gefühlt dort unten, weil niemand wirklich gern mit ihr redete, außer Uwe Scheuch, aber der redet wohl mit jedem gern.

Was ist denn die zentrale Affäre dieser Tage? Ist es die um Meischberger? Oder jene um die Haider-Konten, welche bisher nicht gefunden werden konnten? Wo bleibt bei all dem Karl-Heinz Grasser? Sitzen wir nur einem Ablenkungsmanöver auf? Gleich wie, im Mittelpunkt all dieser Affären steht das Tagebuch des Walter Meischberger, das Florian Klenk im Falter veröffentlichte und das die ganze österreichische Öffentlichkeit seither aufgeregt interpretiert und diskutiert. So oft wurde der Falter noch nie zitiert, sogar Al Jazeera erwähnte ihn ( siehe Seite 4).

Klenk saß derweil mit einem Geheimdienstler im Café Schwarzenberg. Der trug, obgleich der Himmel wolkenlos war, keine Sonnenbrille und sprach die folgenden Worte: „Herr Klenk, ich habe unser Gespräch meiner Dienststelle gemeldet. Das war gut so, denn seit wir hier sitzen, sind elf Kollegen vorbeigegangen.“


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