Kolumne

Das Schicksal von Bibi Aisha und unser Krieg in Afghanistan

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Wird das Bild einer jungen paschtunischen Frau, der von ihrem Mann, einem Kämpfer der Taliban, Nase und Ohren abgeschnitten wurden, weil sie aus seinem Stall geflüchtet war, in den USA zu einem Meinungsumschwung zugunsten des Krieges gegen die Taliban führen?

„Was passieren wird, wenn wir Afghanistan verlassen“, untertitelt das Time Magazine das verstörende Foto. Die 18-jährige Bibi Aisha hat ein großes Loch im Gesicht. Helfer brachten sie in ein Frauenhaus in Kabul, jetzt ist sie auf dem Weg in die USA zur Operation. Ihr Vater hatte dem Ehemann zwei seiner Töchter überlassen, um einen Blutrachestreit zu beenden.

Kritiker denunzieren die spektakuläre Veröffentlichung als „Kriegsporno“. Die Wahrheit ist: Die barbarischsten afghanischen Stammestraditionen sind massiv auf dem Vormarsch. Zieht sich der Westen aus den nach 9/11 besetzten Ländern Irak und Afghanistan zurück, dann droht ein verheerender kultureller Backlash.

George W. Bush am 1. Mai 2003 vor der Aufschrift „Mission

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