Am Apparat

Fuhr schon wer mit dem Panzer in die Disco, Frau Axmann?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Ein Hubschrauberpilot des österreichischen Bundesheers machte einen privaten Zwischenstopp. Mit seinem Kampfhelikopter landete er bei der Druckerei Berger in Horn und holte die bestellten Hochzeitsanzeigen ab. Wie das Bundesheer über diese private Landung denkt, erklärt Pressesprecherin Ute Axmann.

Machen Hubschrauberpiloten öfters private Zwischenstopps?

Nein. Wir können so etwas nicht tolerieren. Wir arbeiten mit Steuergeldern und haben da sehr strenge Regeln. Dieser Verstoß war wirklich eine Ausnahme.

Wie ist der Soldat überhaupt auf die Idee gekommen, dort zu landen?

Ich nehme an, dass er es sehr eilig hatte in seinen Vorbereitungen für die Hochzeit. Da gibt es immer sehr viel zu tun, im letzten Moment ist es immer sehr stressig.

Musste er dafür einen Umweg machen?

Nein, die Druckerei lag am Weg. Das ist ungefähr so, als würden Sie mit einem Auto von A nach B fahren und Sie bleiben dazwischen kurz stehen, springen raus und holen etwas ab. Das Problem ist aber: Er hatte keinen militärischen Auftrag, dort stehen zu bleiben.

Also der Pilot hat sich gedacht: Das liegt am Weg, da mache ich kurz Halt?

Das vermute ich, weil keine zusätzliche Flugminute vergeudet wurde. Es sind auch keine Zusatzkosten entstanden. Trotzdem können wir das nicht tolerieren. So etwas kann ein Bundesheerpilot einfach nicht machen.

War der Hubschrauber auch mit Munition bewaffnet?

Nein. Das war ein Transportflug.

Was passiert nun mit dem Piloten?

Der Fall wird disziplinarrechtlich untersucht. Was dabei herauskommt, kann ich noch nicht sagen. Aber eine Belehrung bekommt er ganz, ganz sicher. Ich bin überzeugt davon, dass er das nie wieder machen wird.

Gibt es so etwas öfters? Ist schon wer mit dem Panzer in die Disco gefahren?

Nein. Denn so etwas würde auch disziplinarrechtlich geahndet.

Interview: Ingrid Brodnig


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