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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Bisher führte Erwin Pröll die Hitliste der Kulturbanausen an. Der niederösterreichische Landeshauptmann sagte einmal im Scherz, das einzige Buch, das er bis zum Ende gelesen habe, sei Karl Mays „Der Schatz im Silbersee“. Nun tanzten für die Sommerserie der Ganzen Woche, Österreichs auflagenstärkster Zeitschrift, reihenweise Politiker mit einem Buch in der Hand an. Bundeskanzler Werner Faymann: eine Bruno-Kreisky-Biografie. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer: „Der kleine Prinz“. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache: „Der Alchimist“. Nur in Kärnten kennt man nicht einmal den Pröll’schen Trend zum Erstbuch. „Ich lese keine Bücher“, sagt Harald Dobernig dem Kärntner Monat. Das wäre nicht so schlimm, wäre Dobernig nicht ausgerechnet Kulturlandesrat von Kärnten. Zeitgenössische Kärntner Literatur? Fehlanzeige. Ingeborg Bachmann? Nie gelesen. Dafür hat der Kulturlandesrat eine interessante Entschuldigung: „Wenn ich abends heimkomme, lege ich mich immer gleich schlafen.“


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