Technik

Blackberry Presenter: Powerpoint war gestern

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Prüfbericht: Thomas Vašek

Powerpoint macht dumm, glauben manche Psychologen. Trotzdem geht heutzutage keine Präsentation mehr ohne mindestens 50 knallbunte, animierte Folien. Und wenn man irgendwo noch einen freien Vortrag ohne Powerpoint zu hören bekommt, gibt es dafür eigentlich nur drei Erklärungen: Entweder der Vortragende ist ein technischer Vollidiot, der örtliche Beamer ist ausgefallen – oder es steht einfach kein Laptop zur Verfügung. Insofern hatte Blackberry-Hersteller RIM eine goldrichtige Idee: Mit dem „Blackberry Presenter“ (150 Euro) lassen sich Folien direkt über das Smartphone präsentieren, man braucht also keinen Laptop mehr. Man muss die Präsentation einfach nur per Mail ans Handy schicken. Der Presenter fungiert dann als Videokonverter: Per Bluetooth empfängt er die Daten vom Handy und überträgt sie an den Beamer. Das Handy wird zugleich zur Fernbedienung für den Folienwechsel. Mit einer Standbildfunktion kann man die Präsentation anhalten – und zugleich auf dem Blackberry nach einer anderen Folie suchen. Für Powerpoint-Sklaven klingt das alles nach großer Freiheit. Bei einem technischen Test des Fachdienstes heise mobil zeigten sich allerdings einige Macken, etwa wiederholte Programmabstürze bei bestimmten Dateien. Ein Problem ist auch Blackberrys Download-Limit: Bei 2,9 Megabyte ist Schluss – das zwingt zu eher kompakten Präsentationen ohne große Spielereien. So gesehen ist der Presenter eine segensreiche Erfindung.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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