Klischee mit Melodram und Märchen und Musik

Feuilleton | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Mit „Das Konzert“ inszenierte Radu Mihaileanu wieder einmal ein atemberaubendes Schwindelmanöver

Filmrezension: Michael Omasta

Der hysterische Franzose, der geschäftstüchtige Jude, der umtriebige Zigeuner, jeder kriegt hier sein Fett ab. Vor allem der Russe, der entweder Säufer ist, unbelehrbarer Kommunist oder neureicher Gasmilliardär. „Das Konzert“ von Radu Mihaileanu wirbelt Klischees mit Melodram und Märchen und Musik durcheinander. Subtil ist das nicht, aber ziemlich lustig.

Angefangen hat alles vor 30 Jahren, als Andrei Filipov noch gefeierter Dirigent des Bolschoi-Orchesters in Moskau war. Inmitten einer Aufführung des Violinkonzerts von Tschaikowsky endete seine Karriere. Breschnew persönlich ließ ihn kaltstellen, weil er sich weigerte, die jüdischen Mitglieder des Orchesters zu entlassen. Seither ist Filipov nur mehr Putzkraft dort.

Keine fünf Minuten ist der Film alt, da lässt der Zufall dem gefallenen Musiker ein Fax an den unguten Direktor des Bolschoi in die

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