„Plötzlich ist man mittendrin“

Feuilleton | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Schauspielerin Sabine Azéma erzählt über ihre Zusammenarbeit mit Alain Resnais und den gemein-samen Film „Les Herbes folles“

interview: Gerhard Midding

Ein alltägliches Ereignis setzt eine Reihe mysteriöser Kapriolen in Gang. Marguerite (Sabine Azéma) wird die Handtasche gestohlen. Georges (André Dussolier), ein Familienmensch mit ungewisser Vergangenheit, findet ihren Ausweis wieder und tritt der rothaarigen Amateurfliegerin näher, als es sich geziemt. „Les Herbes folles“ (deutsch: „Vorsicht Sehnsucht“) von Alain Resnais ist ein beglückender Film, in dem Liebe und Drama fröhlich umherschweifen.

Falter: Madame Azéma, Sie arbeiten und leben seit mehr als 25 Jahren mit Alain Resnais zusammen. Verschafft Ihnen das einen privilegierten Zugang zu seiner Arbeitsweise, den Vorbereitungen eines Projekts?

Sabine Azéma: Resnais liebt Schauspieler, er hat in seiner Jugend selbst Unterricht genommen. Wir sind für ihn keine Marionetten, sondern nehmen den gleichen Rang ein wie der

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