Von Lausbuben und Miezekatzen

Feuilleton | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Das familiäre Wiener Label Affine Records lässt die internationale Elektronikszene aufhorchen

Labelporträt: Florian Obkircher

Auf der Bühne tragen Ogris Debris Melone und Samthandschuhe. Nicht gerade konventionell für einen Techno-Act. Aber was ist schon konventionell an einem Duo, das einen Teppichklopfer im Logo trägt?

Einmal spielen Gregor Ladenhauf und Daniel Kohlmeigner spätnachts im Betonschlauch der Fluc Wanne, lassen die Bassdrum ungezügelt galoppieren, drehen an Synthesizerknöpfen, hüpfen wie Gummibälle über die Bühne.

Ein anderes Mal schmeißen sie im Radiokulturhaus des ORF eine FM4-Studio-2-Session und lassen sich von einer Jazz-Funk-Band namens JSBL begleiten. Kohlmeigner schraubt dabei konzentriert am Mischpult, während Ladenhauf am Flügel sitzt und den durchgeknallten Crooner mimt. Mit Melone, versteht sich.

„Die Technoszene fanden wir schon immer etwas nerdig und machohaft. Wir nehmen das ganze mit Schmäh. Und ich glaube, man hört unserer Musik dieses Augenzwinkern


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