Tiefer Griff in den Metapherntopf: Ruth Cerhas Debütroman „Kopf aus den Wolken“

Feuilleton | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Buchbesprechung: Klaus Nüchtern

Kairo, New York, Uelvesbüll, Wien. Wer so viel rumkommt, ist oft auf der Suche, auf der Flucht oder beides – gerne auch nach/vor sich selbst. Das lässt sich auch von der Ich-Erzählerin dieses Romans behaupten. Anna kellnert in Kairo, lernt den Maler Paul (sensibel, introvertiert) kennen, der zunächst wieder aus ihrem Leben verschwindet, in das die Diplomatentochter Marjana (vital, extrovertiert) tritt, um mit Anna und der väterlichen Kreditkarte nach New York zu fliegen.

Mit Annas familiärer Vergangenheit ist es nicht zum Besten bestellt: Der ägyptische Vater ist ein in sich gekehrter Muffel, die Mutter durch den Wind, der aquaphile Bruder zunächst auf dem Rückzug in die Untiefen des eigenen Selbst, später verschollen; dass er beim Tauchurlaub ertrunken sein könnte, wird von den Hinterbliebenen geleugnet und auch nicht die letzte (Un-)Wahrheit gewesen sein.

Es gibt eine Reihe von Dingen, die sehr leicht schiefgehen können in der Literatur: Sex,


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