Das verflixte neunte Jahr

Stadtleben | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Die Ruine der Sofiensäle verfällt zusehends. Jetzt melden sich engagierte Bürger mit Vorschlägen zu Wort

Bericht: Joseph Gepp

Der Lokalaugenschein anlässlich des neunten Jahrestags des Brands der Sofiensäle zeigt, dass sich gegenüber dem achten Jahrestag kaum etwas verändert hat. Nach wie vor bröckeln Ziegelornamente, hängen Zuleitungen schlaff aus Maueröffnungen. Nur das Gestrüpp auf den Mauerkronen scheint etwas weniger geworden. Eine Lücke klafft im Bauzaun, drinnen jedoch werkeln nicht etwa Bauarbeiter. Stattdessen sitzt ein Liebespaar am Boden und raucht selbstgedrehte Zigaretten mit Blick auf die gründerzeitlichen Logen.

Einst war dieser Ort in der Landstraßer Marxergasse ein bau- und musikhistorisches Juwel – heute wundern sich die Touristen, wenn sie auf ihrem Weg zum Hundertwasserhaus auf die Reste der Sofiensäle stoßen. Vor einem Jahrhundert geigte hier Johann Strauß auf; vor einem halben spielten die Wiener Philharmoniker wegen der hervorragenden Akustik hier


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige