Prost!

Gut für Birne, Bauch und Börse: Soda Zitron oder Himbeer

Lexikon der Getränke. Diese Woche: das Jugendgetränk

Stadtleben | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Der Blick in die Speisekarte hat den Eintrag „Jugendgetränk“ wahrscheinlich schon oft gekreuzt. Ob man es bestellt oder doch zu Alkoholischem greift, hängt meist von der momentanen Gefühlslage und dem jeweiligen Alter ab. Die Klassiker, die sich hinter dem Jugendgetränk verbergen, sind Soda Zitron oder Soda Himbeer, es kann aber bei beherzten Wirten – wie unsere bundesdeutschen Nachbarn zu sagen pflegen – schon auch einmal eine schöne Apfelsaftschorle, Spezi oder etwas Ähnliches sein.

Das besagte Jugendgetränk ist im Paragraf 112 Absatz 4, der Gewerbeordnung geregelt. Im Jahr 2002 wollte man im Zuge ihrer Novellierung das Jugendgetränk im herkömmlichen Sinne streichen, was zum Glück nicht passierte. Der Sinn des Jugendgetränks ist nämlich die – soweit durch das Gesetz überhaupt steuerbar – Abhaltung der Jugend vom Alkoholmissbrauch. Demnach muss ein Gastwirt zumindest zwei Getränke feilbieten, die preislich unter dem im Angebot billigsten der Volksdroge Nummer eins liegen, ausgehend vom Literpreis. Im Zuge von Gewerbekontrollen wird neben Schwarzarbeit oder Nichteinhalten von baulichen Auflagen immer wieder das Fehlen von Jugendgetränken beanstandet, das empfindliche Verwaltungsstrafen nach sich ziehen kann.

Wenn man bedenkt, dass man für die Produktion von einem Liter Bier circa 25 Liter Wasser braucht, dann ist die Preispolitik von Getränken allemal von einer Asymmetrie pro Alkohol geprägt. ms


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