Zeitenwende: Ernest Kaltenegger, der „Engel der Armen“, geht in Pension

Steiermark | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Manchmal fühlte sich Ernest Kaltenegger ein bisschen ausgeliefert. Zum Beispiel wenn ihm Hilfesuchende, die er normalerweise in seiner Sprechstunde im Büro empfing, vor seiner Haustür auflauerten. „Dann kann man nicht sagen, ich muss jetzt nach Hause, weil man ist ja zu Hause.“

Als „Engel der Armen“, wie Kaltenegger oft genannt wurde, hat man eben wenig Freizeit. Über einen Sozialfonds, in den KP-Mandatare seit 1998 einen Teil ihrer Gehälter einzahlen, verteilten Kaltenegger und seine Kollegen mehr als eine Million Euro an Bedürftige. Wobei auch unverschämte Bittsteller dabei waren. Er hätte Betriebe retten und einer Künstlerin „ein Haus im Grünen“ besorgen sollen.

Im dreißigsten Jahr seiner Politikerkarriere zieht sich Kaltenegger nun mit sechzig Jahren in die Pension zurück, aus gesundheitlichen Gründen, zudem zehren die ewigen Sitzungen an den Nerven. „Den nächsten Sitzungsplan hänge ich mir zu Hause auf.“ Auch in die Triestersiedlung will er künftig nicht

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