Phettbergs Predigtdienst

Das Theater des Ritus. De arte liturgica

Kolumnen | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Hannes Benedetto Pircher war bei mir und schrieb das Gestionsprotokoll weiter! Hannes brachte eben sein Buch „Das Theater des Ritus. De arte liturgica“ zu Ende. Ich hoffe, dass Hannes genug ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Denn das tut dem Herzen gut! Hannes hatte einen Riesenstress: Mehrere Persönlichkeiten begräbt er jeden Tag am Zentralfriedhof – auch mich wird er einstens ...

Ich bat Hannes um Hilfe wegen der Hitze. Nun ist meine ganze Wäsche schon fast am Trocknen. Und Hannes hat mir gleichzeitig aus dem Buch „Das Theater des Ritus“ vorgelesen. Ich musste weinen wegen der Heimat, die ich verspürte. Sie, Duhsub, können ja lesen, ob der Wissenschaftlichkeit der Theatralität, die „wir“ treiben! Das bisschen Leben, das wir haben, und die Fülle, die uns das Wort „Gott“ schenkt. Indem wir sagten, „ich glaube“. Doch ob ja oder nein, wir werden damit nicht fertig. Ich hör die ganze Zeit Ö1 und werde mit der Menge an Inhalt, die hier vermittelt wird, nicht fertig! Unsre Hirne bersten vor Gedanken. Also liebes http: sammle alles. Die Wörter „Gott“ und „Hypertext Transfer Protokoll“ werden ausgetauscht werden. Wir würden so gerne ewig leben. Alle Zwischenstationen sind uns lieb!

„Das Theater des Ritus“ werd ich nie lesen können. Aber Hannes wird mir ein paar Zeilen vorlesen. Alles ist immer nur Vorsatz. Als ich in der Pfarre St. Hemma Pastoralassistent war, haben mich alle gelobt, dass ich zeremonieller schritt als der damals diensthabende Pfarrer. Ich hatte mir auch ein allerhübsches weißes, bodenlanges Zeremoniengewand gekauft. Ich bin eitel total. So wie ich nie richtig ein Leseratz war, so wurde ich auch nie Priester. Mein Zeremoniengewand hab ich noch.

Ich bin begierig, verwendet zu werden. Ich würde auch Mafiageld getreulich verwalten, so viel zu meiner Schizophrenie. Meine Körperbehindertheit lässt alle ahnen, ich sei redlich. Bin es auch. Aber schizophren, ohne als schizophren je offiziell eingestuft worden zu sein. Ich brauche nur Riten. Bin ich jetzt Satan oder Gott? Am liebsten ließe ich mich VERFÜGUNGS-PERMANIEREN. Geschah eh mein Leben lang? Einmal hab ich vorm Hotel Sacher dem Jörg Haider herzlich zugenickt. Mea culpa, so bin ich.

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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