Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Inception

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 32/10 vom 11.08.2010

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Kinoabend, „Inception“, der neue mit Leonardo DiCaprio. Da geht’s um Gedankenmanipulation. Es wird in die Träume eingestiegen und am Unterbewusstsein herumgefuhrwerkt. Die Ausstatter des Films hatten sicher eine Mordsgaudi. Und sie können froh sein, dass sie mich nicht im Team hatten, weil ich sag es ganz ehrlich: Wer dauernd nur von Häuserschluchten träumt, die sich hie und da auch in die Vertikale verschieben, hat’s auf Dauer echt langweilig. Man wurde halt verfolgt und beballert, aber da fehlte was Gravierendes: Da war kein Sex. Leonardo konnte die ganze Zeit lang sorgenvoll herumwandeln und ein bisschen seiner toten Frau nachtrauern. Aber er blieb verschont von der Welt der verqueren Fantasie eines Otto Normalverbrauchers, wie z.B. dem Hängenbleiben am Dekolleté der Gemüsefrau oder irgendwelchen fickenden Taxifahrern oder zumindest ein paar ungeplanten Nackerten, die doch sonst schon durch Träume spuken. Die ungeplanten Dampflocks, die durch Kaffeehäuser rauschen, ja, das ist traumrealistisch, aber dass alle bei der Flucht davor angezogen bleiben – das ist wieder mal typisch Hollywood.


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