Neu im Kino

„Die Legende von Aang“: Der Anfang vom Ende

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Bend it like Shyamalan, das war einmal: Jetzt ist Schluss mit Plottwistern, jetzt kommen die Firebender. Und die Earth- und Waterbender. Und die Airbender. Deren letzter, ein messianischer Knabe, der Luft (oder gar alle vier Elemente?) biegen kann, gibt dem Film seinen Titel: „The Last Airbender“, auf Fantasydeutsch „Die Legende von Aang“.

Regisseur M. Night Shyamalan war mit sich von der Schlusspointe her neu aufrollenden Gruselfilmen („The Sixth Sense“) sehr und zuletzt mit schön überdrehten Paranoiadramen („The Happening“) weniger erfolgreich. Nun ist ihm ein auf einer Kinder-TV-Cartoonserie basierender Wust aus Naturmystik, Dynastieprophetik und Entspannungsgymnastik entglitten.

Zahllose merkliche Kürzungen machen den Film zweifellos kürzer, aber nicht schöner oder weniger konfus. Dev Patel (der „Slumdog Millionär“) spielt inmitten vorwiegend asiatischer No-Names – nur die Edelguten sind weiß besetzt – und in Ausstattungen, die an David Lynchs „Dune“ erinnern. Dass hier oft ohne erkennbares Resultat gefuchtelt und orakelt wird, mag man unter Shyamalans Hang zum Bilderrätselritual verbuchen und als Selbstaushebelung von Spektakelkino goutieren.

Allzu durchschaubar hingegen wirken der häufige Gebrauch des Reizworts „Avatar“ und die Art, wie die Schlusssequenz „Fortsetzung!“ ruft. Aber von diesem Ende führt kein Weg zum A(nf)ang zurück, weder so noch so.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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