Buch der Stunde

Der Stoff, aus dem die Seele gemacht ist

Lexikon | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Gene steuern nicht nur, sie werden auch gesteuert.“ Und zwar vom Einzelnen und dessen Lebenserfahrungen und Lebensstilen. Das ist die Hauptbotschaft des Neurobiologen und Psychotherapeuten Joachim Bauer, Autor des Buchs „Das kooperative Gen“ (2008). Sein Menschenbild unterscheidet sich grundlegend etwa von dem Richard Dawkins („Das egoistische Gen“, 1976). Statt ohnmächtig der Programmierung durch unsere eigenen Gene ausgeliefert zu sein, können wir nach ihm nicht nur unser Leben, sondern sogar die Struktur unseres Gehirns verändern. Gene sind keine „Kommandeure des Organismus“, sondern „eine Klaviatur, die vom Organismus gespielt wird“. Und die Faktoren, die unsere Gene steuern und damit die Gesundheit beeinflussen, stammen zum wesentlichen Teil aus dem Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen.

„Das Gedächtnis des Körpers“ stellt eine erweiterte und aktualisierte Neuauflage von 2002 dar, da zahlreiche Studien seitdem Bauers damals noch ungewohnte Thesen untermauern

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