Eine Seele von Mann, an der sich die Geister scheiden

Steiermark | Thomas Wolkinger | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Der Sänger Xavier Naidoo besoult die Grazer Messehalle

Mit Xavier Naidoo ist es ein wenig so wie mit Herbert Grönemeyer. Manch einem reicht die bloße Nennung seines Namens, um sich naserümpfend abzuwenden. Anderen wiederum ist er Gott. Da trifft es sich gut, dass erstens Xavier Kurt naidoo, der 1971 als Sohn eines Vaters aus Sri Lanka und einer südafrianischen Mutter mit arabischen Wurzeln in Mannheim geboren wurde, den Großmeister des Deutschpop explizit als Vorbild nennt, wenn man ihn danach fragt. Und dass zweitens der Erfinder des Deutsch-Soul, der so gut wie alles, was er in den zwölf Jahren seiner Solokarriere angefasst hat, zu Gold gemacht hat, selbst auch große Stücke auf den Herren gibt.

Das war schon auf der ersten Solo-CD „Nicht von dieser Welt" Naidoos so, der davor als Backgroundsänger beim Rödelheim Hartreim Projekt wirkte, danach erste Erfolge mit den Söhnen Mannheims feierte. Das setzte sich auch in späteren Platten wie dem 2002 erschienenen Doppelalbum „Zwischenspiel – Alles für den Herrn" fort. Kostprobe aus dem Titeltrack: „Ich tue alles für den Herrn. Nur das tu ich gern."

Naidoos makelloser Reputation tat auch keinen Abbruch, dass er nach einem Interview mit einer deutschen Illustrierten, in dem er die Vorzüge des Kiffens pries, Probleme mit der Staatsgewalt bekam. Eine „dunkelhelle" Seite gibt’s schließlich – neben zwei „hellen" – auch auf Naidoos 35 Stücke umfassender aktuellen Platte „Alles kann besser werden", mit der er nun erneut nach Graz kommt. Darauf gibt’s freilich auch wirklich böse Nummern zu hören. Der Harfen-Rap „Meine Muse" zum Beispiel: „Sie trägt eine Bluse, ich sehe ihren Busen, sie ist meine Muse." Au!

Messecenter Graz, Halle B, So 19.00


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