Kommentar

Alle Lehrer zum Bund: ein erster Schritt hin zur Gesamtschule

Bildungspolitik

Ingrid Brodnig | Falter & Meinung | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. So läuft derzeit die Bildungsdebatte. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will – vollkommen zu Recht – die Lehrer zu Bundesbediensteten machen. Mitten im Sommerloch tritt Niederösterreichs schwarzer Landesfürst Erwin Pröll an die Öffentlichkeit und fordert, alle Lehrer dem Land zu unterstellen.

Das wäre ein großer Rückschritt. Proporz und Föderalismus gehören aus dem Schulsystem vertrieben, nicht weiter gestärkt. In Österreich herrscht derzeit ein schizophrener Zustand im Bildungswesen. Für AHS- oder HAK-Lehrer ist der Bund zuständig, für Volks-, Haupt- und Sonderschullehrer die Länder. Finanziert wird das Ganze trotzdem aus dem Bundesbudget.

Solche Doppelgleisigkeiten sind teuer. Österreich mit seinen acht Millionen Einwohnern braucht keine Trennung in Bundes- und Landeslehrer. Ebenso wenig braucht es neun verschiedene Schulbiotope, bloß damit jeder Landeshauptmann sich in „seinen“ Schulen selbstverwirklichen

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