Kommentar

Der I-Wolf und die Mohammeds: die Angst vor der Ghettoschule

Integration in der Schule

Falter & Meinung | Nina Horaczek | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Jetzt hat es den I-Wolf erwischt. Der FM4-affine Musiker Wolfgang Schlögl, der unter dem Künstlernamen I-Wolf auftritt, sagt im Sommergespräch mit derstandard.at, es sei zwar „echt hart, dass ich das über die Lippen krieg“, aber er wünsche sich für sein Kind eine Schule, in der der Anteil an „nichtdeutschsprechenden Schülern so gering wie möglich ist“. Also drückt I-Wolf junior nicht mit Mohammed und Co in einer Volksschule im 15. Bezirk die Schulbank, sondern kommt bald in die private WUK-Schule.

Schlögl will – wie die meisten Eltern – das Beste für sein Kind. Er ist auch bei weitem nicht der Einzige, der beim Schulthema bei der Ausländerproblematik landet. Aber er ist zumindest einer der wenigen, der so mutig ist, das in einem Interview offen anzusprechen. Der drohende Schulbesuch des eigenen Kindes ist meist der Moment im Leben eines typischen FM4-Falter-Bobos, in dem er abseits von Ute-Bock-Solikonzerten mit Ausländern in Berührung kommt.

Wenn aber sogar jene Leute, von denen man es am wenigsten erwartet, ihre Kinder aus Angst vor den Migranten aus den öffentlichen Schulen abziehen, passiert genau das, was Heinz-Christian Strache und seine Wähler fordern: Ausländerghettos statt Integration an Wiener Schulen.

Ghettos für Kinder, deren Eltern es sich nicht richten können. Da bleiben die Migrantenkids und Kinder aus ärmeren Verhältnissen über.

Natürlich ist das vor allem ein Versagen der Politik. Es ist aber auch eine Frage der eigenen Einstellung. Für die Alis und Arigonas veranstaltet man gerne ein Lichtermeer. Aber sie dem eigenen Nachwuchs zuzumuten – da ist es bei den überzeugten Guten vorbei mit der Solidarität.


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