Wenn „Islamophobie“ zu leichtfertig verwendet wird

Politik | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Mit Übertreibungen nimmt sich die Islamophobieforschung den Wind immer wieder selbst aus den Segeln

Rezension: Michael Weiß

Wenn in Österreich über Islamophobie diskutiert wird, ist Farid Hafez nicht weit. Mit seiner Dissertation hat der Politikwissenschaftler vergangenen Monat seine dritte wissenschaftliche Publikation zum Thema innerhalb von zwei Jahren veröffentlicht. Gegenstand sind die Minarettverbote in Kärnten und Vorarlberg. Das Ziel ist zu zeigen, dass die islamfeindlichen Argumentationsmuster der rechten Parteien auch auf die anderen abfärben.

Am Ende seiner Dissertation stellt Hafez kaum überraschend fest, dass sich nicht nur die rechtspopulistischen Parteien BZÖ und FPÖ islamophober Argumente bedienen, sondern auch die ÖVP. Angesichts der Aussagen zur angeblichen kulturellen Anders- oder Fremdartigkeit des Islam oder zum Kopftuch als politisches Signal, die immer wieder auch aus den Reihen der Volkspartei kommen, ist das nachvollziehbar. Bei der SPÖ ist das aber anders.

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