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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Dass Helmut Brandstätter seit zwei Wochen neuer Kurier-Chef ist, sieht man der Zeitung noch nicht an. Das macht nichts, weil ein Dampfer wie der Kurier, bis der sich bewegt, das dauert halt. Zumindest wissen wir aus Interviews, dass der neue Kurier-Chef nicht nur mehr Meinung bringen, sondern gleich mit einem Meinungsforschungsinstitut zusammenarbeiten will. Die wichtigste Neuerung hat Brandstätter aber vergangene Woche auf derstandard.at verraten: Die Internetpräsenz kurier.at soll ein Vorzeigemodell an zivilisierter Debatte werden, weil „die Leser dort nicht mit anonymen Nicknames, sondern mit Vor- und Nachnamen und, wenn gewünscht, auch mit Bild präsentiert werden“. Endlich sind sie vorbei, die Zeiten, als Journalisten sich im Netz von anonymen Figuren wie „goofy21“ oder „derbesserwisser“ beschimpfen lassen mussten. Also schnell auf die Kurier-Homepage gesurft. Und wer postet dort? „Mizzi Mauz“, „Falco Hölzel“ und „Mattäusch Lodda“. Das Projekt ist also noch ausbaufähig.


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