Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Josef Bucher ist der ärmste Politiker im Land. Gefangen in einer Truppe von fragwürdigen Gesellen mit fragwürdigen Ideen, macht der Mann dauernd irgendwelche blau-orangen Dramen mit – und wirkt dabei wie einer, der viel lieber bei der ÖVP wäre. Jetzt musste sich der BZÖ-Chef als Erster für die ORF-Sommergespräche zwischen Semmeln und Mohnweckerln setzen. Dort plauderte er mit Ingrid Thurnher (geschmackvoll: ihr brotfarbenes Outfit) und der Großbäckereibesitzerin Doris Felber über Haider, Ausländer und Steuern. Ohne zu zeigen, dass ihm die Anwesenheit der bemühten, aber vor der Kamera überforderten Unternehmerin komisch vorkam. Genau das veranschaulicht das Grundproblem der Promi-Interviewer bei dem Polit-Sommertheater: Sie sind Amateure, im besten Fall gut vorbereitete Amateure. Ansonsten bleibt ihnen nur verkrampft schauen und unsicher fragen – den eigentlichen Job macht ohnehin Thurnher. Und die ist nach vielen Jahren ORF eigenartige Aufträge ihrer Chefs gewohnt.


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