Das neue Helden-Album: erwachsener und so facettenreich wie nie zuvor

Feuilleton | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Erstaunliche Dinge ereignen sich im vorletzten Lied des neuen Helden-Albums „Bring mich nach Hause“. „Im Auge des Sturms“ beginnt ganz klassisch, Judith Holofernes singt mit sanfter und doch präsenter Mädchenstimme zu zurückhaltender Akustikbegleitung. Doch bald befreit sich der Song aus dem Korsett der netten Lieblichkeit, ein tanzbarer Beat setzt ein, die Gitarre steht unter Strom, wirkt gar ein wenig psychedelisch; der Chor im Hintergrund tanzt ausgelassen, alle halten sie Rasseln in Händen.

Nach fünf Minuten ist der Spaß vorbei, das Lied endet mit Jubeln und Klatschen, und aufgesetzt klingt das kein bisschen. Dafür überraschend, erinnert es doch eher an The Stone Roses denn an den typischen Helden-Sound. Über die britische Rave-Ikonen habe man tatsächlich gesprochen, erklärt Holofernes; zum Vorbild genommen habe man sie aber nicht. Die Band habe bei diesem Lied eher an Krautrock gedacht. Aber „ravig“, so befindet Jean-Michel Tourette, klinge eh viel besser als


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