Hörst du La Mont’Arcana? Die Berge, sie rufen dich

Feuilleton | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Das neue Festival Arcana brachte die Avantgarde in die entlegene Welt der Berge. Warum bloß?

Festivalbericht: Carsten Fastner

Über dem Podium am Kopfende der Werkshalle hängt ein Warnschild: „Zukaufteile noch nicht geprüft! Sperrfläche!“ Es wirkt ziemlich deplatziert, denn direkt darunter tummelt sich ein Dutzend Männer und Frauen und trommelt lustvoll auf kuriose Holz- und Metallteile, auf selbstgezimmerte Blöcke und Planken, zweckentfremdete Fässer, Bleche, Rahmen.

Den meisten Schlagwerkern sieht man die mangelnde Bühnenerfahrung auf den ersten Blick an. Höchste Konzentration in den Gesichtern, auch ein bisschen Verlegenheit, hie und da ein verstohlener Blick auf die Frau, die vorne steht und mit großer Geste dirigiert. Das Auditorium ist gebannt. So etwas hat hier noch niemand gesehen. Und schon gar nicht gehört. Tosender Applaus.

Es hat etwas Berührendes, wenn Außenseiter, Laien, Amateure reüssieren. Wenn, sagen wir, Österreich einmal ein Fußballspiel gegen Deutschland

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