Was fährt denn da?

Hier gibt es nichts zu sehen!

Stadtleben | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Das Schauspiel der Ankeruhr am Hohen Markt ist eine Wiener Touristenattraktion. Wieso nur?

Polemik: Christopher Wurmdobler

High Noon am Hohen Markt. Jeden Tag kurz vor zwölf Uhr mittags versammeln sich auf dem innerstädtischen Platz wie auf ein geheimes Zeichen hin einige Hundertschaften. Es sind fast ausschließlich Touristen, die sich zwischen Rotenturmstraße und Tuchlauben versammeln und eines Spektakels harren, das die meisten von ihnen etwas ratlos oder sogar enttäuscht zurücklassen wird. Seit fast hundert Jahren zur Mittagszeit lässt hier die Ankeruhr Geschichte Revue passieren. Den Wienern ist das aber herzlich egal. Die Schaulustigen hingegen blicken auf ihre Armbanduhren. Manche starten sogar mit dem Klang der Glocken in den Kirchtürmen ringsum einen Countdown. Kindern hat man Taschentüchern auf der Gehsteigkante ausgebreitet, Kleingruppen aus aller Welt haben sich versammelt; Alte, Junge, Familien und Greise, tapfer ihre Reiseführer in den Händen, die Ort und Zeitpunkt

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