Prost!

Es hätte ein Tee für schwere Zeiten sein können

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Mate de Coca

Stadtleben | aus FALTER 33/10 vom 18.08.2010

Vielen Menschen, die sich über eine Reise nach Südamerika freuen können, wird der Geschmack von Mate de Coca dort nicht verborgen bleiben. Wie dankbar ist man, wenn eine anstrengende Busfahrt über Stock und Stein auf 4000 Metern Anden-Höhe und mit flauem Magen von einer Tasse dieses zart grünen, leicht nach Wiese schmeckenden Getränks, gereicht von einem freundlichen Menschen, begleitet wird! Der Schwindel, der gekränkte Magen, alles ist im Nu stabilisiert.

Nun gibt es außer den getrockneten Coca-Blättern auch industriell gefertigte Teesäckchen mit dem grünen Wunderkraut. Aber Obacht, neben den Coca-Blättern dürfen auch diese harmlos wirkenden Beutelchen nicht importiert werden, da sie nicht nur in Österreich unter das Suchtmittelgesetz fallen.

Man muss sagen, dass gegrilltes Meerschweinchen in Erdnusssauce oder das peruanische Nationalgericht Ceviche (mit Zitronensäure „gegarter“ Fisch) den europäischen Magen leicht unter Druck setzen können. In Österreich trinkt man in solchen Fällen Bier – zum Beispiel nach dem durchwachsenen Wadschinken im Gulasch. Mate de Coca ist nicht zu verwechseln mit dem Mate-Tee aus der Familie der Stechpalmengewächse. Dieses bei uns legale Getränk wird hochkonzentriert in der calebasse serviert und traditionell mittels der metallenen bombilla gesaugt. Die Überwindung von Müdigkeit und die Erzeugung stoisch anmutender Euphorie stehen hier im Vordergrund. ms


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