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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Einen Spruch hat der schon“, meldete Matthias Dusini, als er vom Interview mit Maler Christian Ludwig Attersee aus Salzburg zurückkehrte. Erst nach dem Gespräch stellte er fest, dass ein früheres Attersee-Gespräch im Falter (es lag allerdings 29 Jahre zurück) sich ebenfalls beinahe ausschließlich um Musik gedreht hatte, die dominierende Leidenschaft im Leben und Schaffen des nunmehr 70-Jährigen. Attersee besteht darauf, nicht nur der jüngste unter Österreichs Avantgardisten gewesen zu sein (der schönste sowieso), sondern auch der härtestgesottene.

Die Kompetenzen im Leben sind eben nicht immer eindeutig und sauber getrennt. Bettina Hagen zum Beispiel kennen wir als Theater- und Tanzkritikerin, obwohl sie der Ausbildung nach Kunsthistorikerin ist. Ihr Text über den frisch renovierten Theseustempel fällt zudem genau in ihr Spezialgebiet: Sie promovierte über den Wiener Klassizismus.

Klassisch könnte man hingegen jene Juristenrunde nennen, die Florian Klenk versammelte, um über Defizite des Justizapparats zu diskutieren und darüber, wie sie sich beheben ließen. Finanzrechtler Werner Doralt, Korruptionsstaatsanwalt Walter Geyer, Staatsanwalt Gerhard Jarosch und Richter Oliver Scheiber redeten erstaunlich offen. Dass die Justizministerin inzwischen öffentlich versprach, viele der geforderten Maßnahmen zu setzen, nimmt dem Gespräch nichts an Brisanz. Die vier korrekten Herren meinen es übrigens ernst mit juristischer Korrektheit. Klenk konnte sie kaum dazu bewegen, sich auf Kaffee und Kuchen einladen zu lassen.


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