Mediaforschung

Herr Cepko, wie geht’s dem alten Haus am Schwarzenbergplatz?

Nachfragekolumne

Medien | Stefan Kluger | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Es sollte eine Kampagne der etwas anderen Art werden, meinte die Wiener Städtische Versicherung und beauftragte Young & Rubicam Vienna. Die Agentur nützt nun das Baugerüst eines sanierungsbedürftigen Hauses direkt am Schwarzenbergplatz als Werbefläche. Auf der vielbefahrenen Straßenecke lenkt es die Aufmerksamkeit der Passanten und Autofahrer auf sich.

Auf den Transparenten ist der altbekannte Slogan „Ihre Sorgen möchten wir haben“ zu lesen, aber auch die etwas verspielteren Werbebotschaften „Auf unsere Haltung können Sie bauen“ und „Mach Dir keine Sorgen, altes Haus“.

Wen wollen die Werber damit ansprechen? Sorgen Sie sich tatsächlich um den Zustand der schönen Wiener Altbauten? Oder ist das nur eine Metapher, um uns alle daran zu erinnern, dass auch wir eines Tages womöglich einen größeren Eingriff benötigen? „Angesprochen kann sich eigentlich jeder fühlen. Denn ordentlich versichert zu sein ist immer ein gutes Gefühl – egal, wie alt man ist“, meint Hans Cepko, Creative Director der Agentur.

In den letzten Jahren sieht man immer häufiger Werbung an Baustellen und auf renovierten Gebäuden. Sogar der Stephansdom und die Votivkirche müssen regelmäßig für die Botschaften großer Unternehmen herhalten. Auch der Schwarzenbergplatz ist eine beliebter, weil stark frequentierter Standort. Bei Rotphasen oder Stau starren die Autofahrer auf das riesige Transparent. „Die Botschaft kommt an. Und sie soll nachdenklich stimmen“, sagt Cepko von Young & Rubicam.

Die Aktion läuft noch bis Ende August, danach verschwinden die Plakate, das Gebäude ist endlich saniert. Keine Sorge, nur noch ein bisschen durchhalten, dann bist du wieder frei, altes Haus!


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