Bröselnder Putz im Dorf der Moderne

Feuilleton | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Die marode gewordene Werkbundsiedlung in Hietzing wird ab September endlich generalüberholt

Reportage: Maik Novotny

Katzen räkeln sich in sonnigen Vorgärten, zwei Damen plaudern am Gartentor vor einem weißen Würfelhaus. „Hier kennt jeder jeden, wir fühlen uns wohl“, sagen sie – Dorfatmosphäre im noblen Hietzing. Doch auf den zweiten Blick entdeckt man überall morsche Fenster und feuchte Schlieren an den abblätternden Putzfassaden. Was anderswo noch als altersüblicher Bauschaden durchgeht, ist bei der seit 1978 denkmalgeschützten Werkbundsiedlung so gravierend, dass sie vor kurzem vom World Monuments Fund auf die Watchlist für bedrohte Baudenkmäler gesetzt wurde.

Die 70 Häuser umfassende Siedlung wurde 1932 unter der Leitung von Josef Frank von 31 namhaften Architekten, darunter Gerrit Rietveld, Oswald Haerdtl und, als einziger Frau, Margarete Schütte-Lihotzky, errichtet – ein einzigartiges Konzentrat moderner Architektur. Die Zukunft des leistbaren Wohnens sollte hier


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